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Seit dem 1. Januar 2020 läuft das auf drei Jahre angelegte Projekt „Konstitution, Rezeption und Transformation von Weltanschauungen und sozialen Praktiken in Antike und griechisch-byzantinischem Mittelalter“ im Rahmen des vom DAAD ausgelobten Programmes „Hochschulpartnerschaft Griechenland“. 

Das Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln (IfA) pflegt seit langem eine intensive Partnerschaft mit Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Altertumskunde an den Universitäten Thessaloniki und Athen. Die an der Kooperation beteiligten Institute (neben dem IfA sind dies das Institut für Philologie sowie das Seminar für Geschichte und Archäologie der Universität Thessaloniki und das Seminar für Philologie der Universität Athen) zeichnen sich als Ganzes dadurch aus, dass sie ihren Fachbereich chronologisch umfassend von der frühen Antike bis ins Mittelalter hinein und systematisch differenziert mit Klassischer Philologie, Byzantinistik/Neogräzistik, Mittellateinischer Philologie sowie Papyrologie, Epigraphik und Numismatik abbilden. Diese gleichermaßen die Breite wie die Tiefe des Faches erfassende Aufstellung bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für die wissenschaftliche Zusammenarbeit. Zugleich eröffnet die personelle Situation Ausbaumöglichkeiten für die Kooperation. In Köln, Thessaloniki und Athen gibt es einen thematischen Schwerpunkt auf antiker Philologie und Literaturkritik, was zu Überschneidungen bei den Forschungsinteressen der beteiligten Kolleginnen und Kollegen und zu dem Forschungsthema “Philologie in Antike und Byzanz” führte, welches das IfA und das Seminar für Philologie in Thessaloniki schon in den vorausgegangenen zwei Förderperioden (2014-2016 und 2017-2019) verbunden hat.

In der laufenden Förderphase werden darüber hinaus verstärkt Objekte und materielle Träger der Überlieferung in den Blick genommen. Es wird dabei primär der Frage nachgegangen, wie sich Weltanschauungen und soziale Praktiken in Texten und Objekten niederschlagen. Diese Fragestellung eignen sich für eine ganze Reihe von Lehr- und Forschungsprojekten, die zum einen ermöglichen, die an den beteiligten Instituten vertretenen hilfswissenschaftlichen Fächer Papyrologie, Epigraphik, Numismatik und Sigillographie in stärkerem Maße als bisher miteinzubeziehen, und zum anderen über die Begriffe Rezeption und Transformation einen Bogen von der griechisch-römischen Antike in das griechisch-byzantinische Mittelalter zu spannen.  

Die am IfA vorhandene Kompetenz in der Erschließung historischer Dokumente, die in den vergangenen Jahren in Verbindung mit dem Cologne Center for eHumanities ausgebaut und in verschiedenen Lehr- und Forschungsprojekten in den Fächern Papyrologie, Numismatik, Epigraphik und byzantinischer Sigillographie erprobt wurde, fließt gezielt in den Studien- und Forschungsplan mit den Universitäten Thessaloniki und Athen ein. Das Projekt trägt dabei der Tatsache Rechnung, dass antike Papyri, Inschriften und Münzen die ältesten Träger schriftlicher Überlieferung darstellen. Viele von ihnen sind noch unerforscht und bieten der altertumswissenschaftlichen Forschung einen direkten, von späteren überlieferungs- bzw. rezeptionsbedingten Veränderungen unbeeinflussten Einblick in die ursprüngliche Gestalt historischer Vorgänge und literarischer Produktion, die im Rahmen des Austauschprogramms erforscht werden.

Das Programm ermöglicht unter anderem die Durchführung gemeinsamer Lehrprojekte. Weiterhin werden in den Projekten an den beteiligten Hochschulen auch jeweils Doktoranden mitwirken, die mit Kurzzeitstipendien am Austausch teilnehmen und an der jeweiligen Gastuniversität wissenschaftlich betreut und in Doktorandenkolloquien einbezogen werden. Forschungskolloquien richten sich speziell an fortgeschrittene Studierende im Masterstudiengang und an Doktoranden. Zudem werden nach wie vor Studienaufenthalte für fortgeschrittene Masterstudierende zur Vorbereitung der Masterarbeit ermöglicht.

Projektleiterin:
Prof. Dr. Claudia Sode, Institut für Altertumskunde/Abt. Byzantinistik und Neugriechische Philologie