Nachrichten aus dem Institut
Akademie-Langzeitförderung zur Erschließung von Papyri
Apl. Professorin Dr. Charikleia Armoni und Professor Dr. Jürgen Hammerstaedt werben erfolgreich das Projekt „Die Krokodil- und Menschenmumien von Tebtynis: KI-gestützte Zusammenführung und editorische Erschließung hellenistischer Papyri der Bancroft Library (Berkeley)“ ein.
Das Projekt erforscht 20.000 Fragmente hellenistischer Papyri, die seit den 1930er Jahren in der Bancroft Library auf dem Campus der University of California in Berkeley (USA) lagern. Sie sind mit altgriechischen Texten unterschiedlichsten Inhalts beschriftet: Es handelt sich um Werke großer Literatur, königliche Erlasse, Teile amtlicher oder privater Korrespondenz, Verträge, offizielle Berichte, Steuerquittungen und viele andere Dokumente.
Kooperationsprojekt des Instituts für Altertumskunde mit dem Schokoladenmuseum Köln
Zum Artikel “Speise der Göter” von Eva Mika
Ziel der Kooperation
Im Laufe der Kooperation kümmern sich die Projektmitarbeiter:innen des Instituts für Altertumskunde der Universität zu Köln um die Auffindung neuer lateinischer Quellentexte über Kakao und Schokolade sowie um die Übersetzung dieser Texte ins Deutsche und ihre Erschließung für die Besucher:innen des Schokoladenmuseums Köln, dessen kulturgeschichtliche Ausstellung derzeit umgestaltet und aktualisiert wird.
Ein annotiertes Themenheft zum Thema „Geschichte des Kakaos“ für den schulischen Lateinunterricht ist geplant.
Genaueres zum Hintergrund des Projekts können Sie hier nachlesen.
Projektteam
Institut für Altertumskunde: Prof. Dr. Anja Bettenworth, Prof. Dr. Peter Schenk, Sven Johannes
Schokoladenmuseum Köln: Andrea Durry, Olaf Vortmann, Eileen Schwarz
Kontakt Schokoladenmuseum: Kuratorin Andrea Durry (durry(at)schokoladenmuseum.de)
Kontakt Institut für Altertumskunde: Prof. Dr. Anja Bettenworth (abettenw(at)uni-koeln.de)
Traueranzeigen
Das Institut trauert um Dr. phil. Robert Hübner
Am 5. Januar 2025 verstarb Dr. phil. Robert Hübner nach längerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Promoviert wurde er 1976 am Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln in Klassischer Philologie mit einer Dissertation, in der er die erstmalige Edition und Kommentierung unveröffentlichter Papyri der Kölner Sammlung erarbeitet hatte. Im selben Jahr publizierte er sie im ersten, gemeinsam mit Bärbel Kramer bestrittenen Band der Serie P.Köln (= Papyrologica Coloniensia VII 1). Weitere Papyri steuerte er als Mitherausgeber des 1980 erschienenen dritten P.Köln-Bandes (= Papyrologica Coloniensia VII 3) bei. In denselben Jahren, die er der Erforschung dieser oft schwer zu entziffernden und vielfach nur mit breitester Kenntnis und größter Umsicht verstehbaren Originaldokumente widmete, entwickelte sich Hübner, als Amateur unter Berufsspielern, zu einem der weltweit spielstärksten Schachspezialisten. Bereits 1971 jüngster deutscher Großmeister, absolvierte er in der Folgezeit unvergessliche Partien auf allerhöchstem Turnierniveau und belegte zeitweilig sogar den dritten Platz der Weltrangliste. Neben dieser erheblichen Zeit und Konzentration erfordernden Beschäftigung blieb er weiterhin der Papyrologie treu und hat in regelmäßigen Abständen weitere Publikationen vorgelegt. Besonders zu erwähnen ist seine Bearbeitung von fast 40 Papyri für die Griechischen Urkundenpapyri der Bayerischen Staatsbibliothek München, Teil 1 (1986). Zeit seines Lebens hat er sich für antike und moderne, auch fremdsprachige Literatur – sogar als Übersetzer aus dem Finnischen – interessiert. Auch nach Aufgabe seiner hauptamtlichen akademischen Berufstätigkeit hat er immer wieder den Weg in unser Institut für Altertumskunde gefunden und auch bei den Jüngeren von uns einen bleibenden persönlichen Eindruck hinterlassen.
Das Institut trauert um Carolin Droick 01.01.2024
Das Institut für Altertumskunde trauert um seine ehemalige Studierende und langjährige Lehrbeauftragte Carolin Droick (16. Oktober 1983 - 1. Januar 2024). Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.
Das Institut trauert um Dr. Sonja Schönauer 11.10.2023
Das Institut für Altertumskunde trauert um Frau Dr. Sonja Schönauer, die am 11. Oktober 2023 im Alter von 56 Jahren verstorben ist.
Sonja Schönauer studierte Byzantinistik, Neugriechische Philologie, Englische Linguistik und Italienische Literatur an der Universität Hamburg und der Aristoteles-Universität Thessaloniki. Als Kollegiatin und Vollstipendiatin des Graduiertenkollegs „Textüberlieferung – Wissenschaftsgeschichte – Humanismus und Neulatein“ erarbeitete sie ihr Dissertationsprojekt im Fach Byzantinistik zum Thema „Eustathios von Thessalonike: Reden auf die Große Quadragesima. Kritische und kommentierte Edition“ und wurde 2003 an der Universität Hamburg durch den Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften promoviert.
Von 1997 bis 2013 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Klassische und Romanische Philologie, Abteilung für Griechische und Lateinische Philologie, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn am DFG/ÖAW-Projekt „Lexikon zur byzantinischen Gräzität (LBG)“ unter der Leitung von Prof. Dr. Erich Trapp beschäftigt. Gleichzeitig trug sie als Fachberaterin für byzantinische Literatur zur Entstehung der dritten, völlig neu bearbeiteten Auflage von Kindlers Literaturlexikon, hg. von Prof. Dr. Heinz-Ludwig Arnold, bei.
Nach einem Forschungsaufenthalt am Collège de France in Paris in Kooperation mit dem ANR-Projekt „Jean VI.“ leitete Frau Schönauer 2015–2020 ihr eigenes DFG-Projekt „Fälschung einer Chronik – Chronik einer Fälschung. Entstehung und Tradierung des sogenannten Chronicon maius des Pseudo-Sphrantzes“ am Institut für Altertumskunde, Abteilung Byzantinistik und Neugriechische Philologie, der Universität zu Köln. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes gelang es Frau Schönauer, unter Heranziehung bisher unberücksichtigter Dokumente und der eingehenden Analyse des gesamten Quellenkorpus nicht nur ein tiefgreifendes Verständnis der historischen Hintergründe der Entstehung dieses Werkes zu gewinnen, das Jahrhunderte lang als eine der wichtigsten griechischsprachigen Quellen zur Eroberung Konstantinopels galt, sondern auch eine neue kritische Edition des Chronicon maius zu erarbeiten.
In den Jahren 2020–2022 war sie Leiterin eines weiteren, ebenfalls DFG-finanzierten Forschungsprojektes „Ioannes VI. Kantakuzenos: Historia. Fertigstellung einer kritischen Edition für das Corpus Fontium Historiae Byzantinae“ an der Abteilung Byzantinistik unseres Instituts, dessen Ziel es war, auf der Basis umfangreicher Vorarbeiten – Beschreibung und Kollationierung der Handschriften, Erstellung eines stemma codicum, Erarbeitung der Prolegomena zu Leben und Werk des Autors, den Handschriften und ihrer eigenen Geschichte, der strukturellen Weiterentwicklung des Textes und der bisherigen Editionen und Übersetzungen – den ursprünglichen, von Kaiser Ioannes VI. Kantakuzenos verfassten Text möglichst getreu wiederherzustellen.
Aus den genannten wissenschaftlichen Tätigkeiten entstanden zahlreiche Publikationen und Konferenzbeiträge, in denen Frau Schönauer ihren Forschungsinteressen – Spät- und postbyzantinische Historiographie, Textkritik und -edition, Kodikologie, Paläographie und Lexikographie – nachging, während sie im Rahmen von Lehraufträgen ihr enormes Wissen auf diesen Gebieten an Studierende unseres Instituts und der Nachbardisziplinen vermittelte. Ihr zugewandter Charakter, ihre Hilfsbereitschaft und ihre Liebe zum Beruf, mit der sie jeden mitreißen und für ihre Forschung begeistern konnte, machten sie unter allen Kolleginnen, Kollegen und Studierenden beliebt. Wir nehmen Abschied von unserer Kollegin in dem Gefühl großer Dankbarkeit und tiefer Trauer.
Das Institut trauert um Prof. Dr. Ludwig Koenen 09.05.2023
Das Institut für Altertumskunde erinnert an Prof. Dr. Ludwig Koenen. Er verstarb am 9. Mai 2023 im Alter von 92 Jahren in Ann Arbor (Michigan).
Bereits am Beginn seines Studiums in Köln fühlte er sich hingezogen zur Papyrologie, einer Grundlagenwissenschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland kaum noch gelehrt wurde. Durch das Anwerben von Mitstudenten machte er es möglich, dass in Köln erste papyrologische Lehrveranstaltungen von Reinhold Merkelbach zustande kamen. Neben diesem darf er als einer der Initiatoren und Mitbegründer der Kölner Papyrologie gelten. Am Aufbau der Papyrussammlung war er seit 1957 als deren erster Kustos maßgeblich beteiligt. Zusammen mit seinem Lehrer Merkelbach gründete er 1967 die ,Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik‘, die sich rasch zum weltweit führenden Publikationsorgan entwickelte und jetzt mehr als 220 Bände umfasst. 1969 habilitierte er sich und wurde 1971 außerplanmäßiger Professor. 1975 übernahm er eine Professur an der University of Michigan in Ann Arbor und setzte in den USA eine glänzende akademische Laufbahn mit wichtigen Auszeichnungen und Aufgaben fort. Als akademischer Lehrer, der zu begeistern, aber auch anzuspornen wusste, war er diesseits und jenseits des atlantischen Ozeans anerkannt und beliebt.
Zu den bedeutendsten von ihm, teils auch noch nach seiner Übersiedlung nach Amerika, edierten Texten der Kölner Papyrussammlung gehören Fragmente des hellenistischen Komödiendichters Menander, Kommentare des christlichen Schriftstellers Didymos von Alexandrien (4. Jh.) zur alttestamentarischen Hiobschrift sowie der als kleinstformatiertes Buch der Antike bekannte Pergamentkodex mit Erzählungen über das Leben des Religionsstifters Mani (3. Jh. n.Chr.).
1993 stand er der American Philological Association als Präsident vor. Von 1995 bis 2001 war er Präsident, ab 2004 Ehrenpräsident der Association Internationale de Papyrologues. Als Mitherausgeber wirkte er bei der Gründung der in Deutschland erscheinenden Publikationsreihen ,Papyrologische Texte und Abhandlungen‘ und ,Beiträge zur Altertumskunde‘ sowie der Zeitschrift ,Archiv für Religionsgeschichte‘ mit.
Das Institut für Altertumskunde dankt Ludwig Koenen für seine unschätzbaren Verdienste.
Das Institut trauert um Prof. Dr. Dieter Hagedorn 28.04.2023
Das Institut für Altertumskunde gedenkt des langjährigen Kollegen Prof. Dr. Dieter Hagedorn, der am 28. April 2023 im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Köln verstarb.
Sein Studium der Klassischen Philologie schloss er 1961 in Köln mit der Dissertation Zur Ideenlehre des Hermogenes ab. Mit seiner Habilitationsschrift über den Hiobkommentar des Arianers Julian erlangte er 1971 die venia legendi in Klassischer Philologie an der Universität zu Köln und wirkte hier anschließend ab 1972 als akademischer Rat bzw. Oberrat und außerplanmäßiger Professor, bis er 1981 auf eine Professur an der Universität Heidelberg berufen und mit der Leitung des dortigen Instituts für Papyrologie beauftragt wurde.
Zu den Gegenständen seiner umfangreichen wissenschaftlichen Forschung gehören auch viele bedeutende Texte der Kölner Papyrussammlung, die er erstmalig bearbeitete und edierte, teilweise auch in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau Ursula und dem jüngst verstorbenen Kollegen Ludwig Koenen. Auch als Mitherausgeber der ‚Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik‘ blieb er Köln eng verbunden. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen in und außerhalb Deutschlands haben von ihm als akademischem Lehrer in Köln und Heidelberg ihre wissenschaftliche Ausbildung in der Papyrologie erhalten und von seinem immer freundlichen fachlichen Rat profitiert. Bereits Ende der 1980er Jahre erkannte er das wissenschaftliche Potential der elektronischen Datenverarbeitung und begründete das jetzt für die papyrologische Forschung zentral wichtige ,Heidelberger Gesamtverzeichnis der Griechischen Papyrusurkunden Ägyptens‘. Die Association Internationale de Papyrologues ernannte ihn 2013 zu ihrem Ehrenpräsidenten.
Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Dienstag, dem 23. Mai, um 11 Uhr in der Trauerhalle auf dem Friedhof Rodenkirchen statt.
Das Institut trauert um Prof. Dr. Clemens Zintzen 22.04.2023
Das Institut für Altertumskunde trauert um Prof. Dr. Clemens Zintzen, der am 22. April 2023 im Alter von 92 Jahren verstorben ist.
Clemens Zintzen studierte Klassische Philologie, Philosophie und Germanistik in Bonn und Köln, wo er 1957 mit der Arbeit "Analytisches Hypomnema zu Senecas Phaedra" zum Dr.phil. promoviert wurde. Nach drei Jahren im Schuldienst (1958–1961) erfolgte 1963 ebenfalls in Köln die Habilitation in Klassischer Philologie mit einer kritischen Edition und Kommentierung der Vita Isidori des Damaskios. Nach einer Dozentur in Köln 1963–1968 wurde er zum Apl. Professor in Mannheim und ein Jahr später als ordentlicher Professor auf den Latinistischen Lehrstuhl an der Universität Saarbrücken berufen. Dort erreichte ihn im Jahre 1972 der Ruf auf den Lehrstuhl für Klassische Philologie/Lateinische Philologie am Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1995 innehatte. In den Jahren 1980–81 war er Dekan der Philosophischen Fakultät, 1982–1986 Mitglied des Senats, 1986–1988 Sprecher der Professoren im Konvent. Zwischen 1986 und 1993 war er Vizepräsident der Akademie Mainz und von 1993 bis 2005 deren Präsident. In dieser Funktion bekleidete er1998–2002 das Amt des Vorsitzenden der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften. Zeitgleich war er auch Mitglied des Senates der DFG und der Leopoldina. Clemens Zintzen war zudem über viele Jahre Herausgeber bzw. Mitherausgeber mehrerer internationaler Fachzeitschriften und Reihen.
In Anerkennung seiner Verdienste wurde Herr Zintzen mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Herrn Zintzens Forschungsschwerpunkte waren die römische Tragödie, das römische Epos, die römische Lyrik, der Neuplatonismus und zuletzt die lateinische Literatur der Renaissance, insbesondere der Platonismus der Florentiner Akademie. Zur Erforschung der lateinischen Literatur der Renaissance rief er am Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln eine Arbeitsstelle der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur ins Leben. Hier entstanden zahlreiche Aufsätze, Monographien, Editionen, Kommentare und Übersetzungen teils aus seiner Feder, teils zusammen mit seinen Mitarbeitern und Schülern. Von seinem stetigen Engagement in der Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses zeugen die vielen Dissertationen und Habilitationen, die unter seiner stets fürsorglichen Betreuung entstanden sind, sowie die Zahl seiner Schüler und Schülerinnen, die bis heute in den verschiedensten Funktionen im wissenschaftlichen Betrieb tätig sind. Sein zugewandter und aufgeschlossener Charakter machte ihn zu einem bei allen Studierenden außerordentlich beliebten Dozenten. Er verstand es, seine Studenten und Studentinnen für die Klassische Philologie im Allgemeinen und für die lateinische Literatur im Besonderen zu begeistern. Wie sehr Herr Zintzen die Lehre liebte, zeigt sich auch daran, dass er auch noch nach seiner Emeritierung bis zum Jahre 2010 regelmäßig eine (jeweils gut besuchte) Vorlesung hielt.
Das Institut für Altertumskunde nimmt Abschied von Herrn Zintzen mit dem Gefühl tiefer Dankbarkeit für die großen Verdienste, die er sich in den langen Jahren seiner Tätigkeit um dieses Institut erworben hat.